PRESTO - Die sportlichen Italiener aus Chemnitz

120 Jahre industrielle Fahrradproduktion in Chemnitz - Die Prestowerke (29.01.2017)

Im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz findet vom 13.05.2016 bis zum 29.01.2017 eine Sonderausstellung "Das Fahrrad. Kultur, Technik, Mobilität" statt. Am letzten Tag der Ausstellung, dem 29.01.2017, ist um 1030 Uhr ein Vortrag zum Thema:

"120 Jahr industrielle Fahrradproduktion in Chemnitz - Die Prestowerke"

vorgesehen. Im Vortrag wird der Beginn der Produktion in der Zwickauer Straße 88, gegenüber dem heutigen Industriemusem, die Erweiterung der Fabrikanlagen in der Chemnitzer Scheffelstraße, der Umzug in die Dorfstraße und das Ende der Marke in West und Ost dargestellt. Dazu kommen zahlreiche Bilder kulltiger, sportlicher, nützlicher, protziger, praktischer und schöner Fahrräder, die erstmals gezeigt werden.

 

Die Geschichte der Prestowerke Chemnitz (22.01.2016)

Im Sächsischen Nutzfahrzeugmuseum ist am 22.01.2016 ab 1900 Uhr ein Vortrag über die Geschichte der Prestowerke Chemnitz zu hören. Albrecht Mugler wird die ersten Anfänge der Unternehmensgeschichte in Dresden und Tharandt, die Entwicklung des Unternehmens zu einer Aktiengesellschaft bis hin zur Aufspaltung in einen West- und einen Ostteil nach 1945 darstellen. Nicht zu kurz kommen auch Beispiele zu den Produkten der Prestowerke: Fahrräder, Motorräder, Mopeds, Personenwagen, Kleinlastwagen usw. Gäste sind herzlich willkommen. Die Anfahrt findet sich unter www.nutzfahrzeigmuseum.de/kontakt. Der Einlaß ist bereits 1800 Uhr.

 

Presto im MDR (15.09.2013)

Der Concours d"Elegance im Radebeuler Schloss Wackerbarth am 15.09.2013 war für den MDR Anlass, einen 4 Minuten-Beitrag über Presto zu produzieren. Vorgestellt wurde der Presto Typ D aus dem Baujahr 1924. Der Erstbesitzer, ein Fleischermeister aus Lichtenstein/Sachsen, war bis nach 1945 Eigentümer. Auf Grund seines "Versäumnisses", die Kraftfahrzeugsteuern zu bezahlen, sollte das Auto Anfang der 30er Jahre von Amts wegen stillgelegt werden. Damals bestand die Möglichkeit, eine Einmalzahlung zu leisten und sich damit dauerhaft von KfZ-Steuer befreien zu lassen. Die daraufhin ausgestellte Steuerbefreiung liegt im Original vor und ist heute noch gültig. Mehrer Besitzer folgten. In aufwendiger Kleinarbeit restaurierte das Zwönitzer Unternehmen Zinke in den vergangenen Jahren das Fleischerfahrzeug in originalen Farben detailgetreu.

 

Die Wiederentdeckung einer vergessenen Fahrzeugmarke

Über 60.000 Besucher sahen die Sonderausstellung

Die Sonderausstellung über die Prestowerke Chemnitz im August-Horch-Museum in Zwickau endete im September 2012 nach 11 Monaten Ausstellungsdauer. Über 60.000 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über dei Fahrzeugmarke Presto zu informieren. Das Produktionsprogramm beginnend mit Damen- und Herrenrädern, Rennrädern, Leichtmotorrädern bis hin zu luxoriösen Personenwagen war zu sehen. Alle Fahrzeuge waren auch nach fast einem Jahr Standzeit sofort einsatzbereit. Nachdem die Reifen genügend 2012er Luft erhielten und die Tanks mit ausreichend Benzin befüllt waren, wurden die Automobilie auf eigener Achse in Ihr Depot gefahren, bis zu wieder in einer Ausstellung oder während einer Ausfahrt zu sehen sein werden.

In Vorbereitung befindet sich gerade eine Ausstellung über die Fahrradentwicklung am Beispiel der Prestowerke im Chemnitzer Fahrzeugmuseum in der Zwickauer Straße und demnächst wird ein Artikel über Presto im Oldtimer-Markt erscheinen.

Die neu herausgegebene Broschüre über die Entwicklung der Prestowerke ist nach wie vor unter anderem im Shop des August-Horch-Museums in Zwickau erhältlich.

 

Presto und Chemnitz

Chemnitz ist eine traditionsreiche sächsische Industriestadt. Der Maschinen- und Fahrzeugbau besitzt hier eine außerordentlich lange Erfolgsgeschichte. Nach Kutschen und Lokomotiven verließen in Chemnitz bereits im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts vielfältige Fahrräder, Motorräder und Automobile die Produktionsstätten.

Einer der Pioniere des deutschen Fahrzeugbaus war Georg Günther. Unter dem Markennamen "Presto", was im italienischen Tempo und schnell bedeutet, wurden in Chemnitz einige zehntausend Automobile, Motorräder und Mopeds und etwa 1 Million Fahrräder hergestellt und in alle Welt verkauft.

Der Aufstieg und Niedergang der Prestowerke ist eng verknüpft mit der deutschen Wirtschaftsgeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Zahlreiche technische Zeugen dieser Epoche schlummern heute noch in Scheunen und auf Dachböden und warten darauf, wiederentdeckt zu werden.