PRESTO - Die sportlichen Italiener aus Chemnitz

Die Wiederentdeckung einer vergessenen Fahrzeugmarke

Sonderausstellung über die Prestowerke Chemnitz im August Horch Museum

Ab dem 23.10.2011 ist eine Sonderausstellung über die Prestowerke Chemnitz im Sonderausstellungsbereich des August Horch-Museum in Zwickau zu sehen. Erstmals wird das Produktionsprogramm beginnend mit Damen- und Herrenrädern, Rennrädern, Leichtmotorrädern bis hin zu luxoriösen Personenwagen zu sehen sein. Eine der vorgestellten Attraktionen ist ein Presto Typ D aus dem Jahr 1924, der im Auslieferungszustand zu sehen ist. Im ausgestellten letzten Modell, dem 6 Zylinder Typ G, der Prestowerke, wurde während der Reparaturarbeiten ein kleiner Silberschatz gefunden, der auch in der Ausstellung zu sehen sein wird.

Neu herausgegeben wird mit Beginn der Ausstellung eine Broschüre über die Entwicklung der Prestowerke, die im Museum erhältlich ist.

 

Presto und Chemnitz

Chemnitz ist eine traditionsreiche sächsische Industriestadt. Der Maschinen- und Fahrzeugbau besitzt hier eine außerordentlich lange Erfolgsgeschichte. Nach Kutschen und Lokomotiven verließen in Chemnitz bereits im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts vielfältige Fahrräder, Motorräder und Automobile die Produktionsstätten.

Einer der Pioniere des deutschen Fahrzeugbaus war Georg Günther. Unter dem Markennamen "Presto", was im italienischen Tempo und schnell bedeutet, wurden in Chemnitz einige zehntausend Automobile, Motorräder und Mopeds und etwa 1 Million Fahrräder hergestellt und in alle Welt verkauft.

Der Aufstieg und Niedergang der Prestowerke ist eng verknüpft mit der deutschen Wirtschaftsgeschichte des vergangenen Jahrhunderts. Zahlreiche technische Zeugen dieser Epoche schlummern heute noch in Scheunen und auf Dachböden und warten darauf, wiederentdeckt zu werden.